unsere Hunde
Filos - oder ein kleiner Kreter erobert die Provinz
Während unseres Kreta Urlaubs im Juli 2009 haben wir uns bei den Tierfreunden Kreta
umgeschaut. Nachdem unsere beiden Deutschen Doggen verstorben waren, haben wir nach einem neuen Hund gesucht. Dieses Mal sollte es allerdings ein möglichst junger und nicht so großer Hund sein.
Natürlich wurden wir bei Silke fündig. Sie hatte in Ihrer Auffangstation einen ganzen Wurf junger Hunde, so ungefähr 3-4 Monate alt.
Da fällt die Wahl schon schwer, es hätte jeder sein können, aber Silke hat dann für uns eine Auswahl getroffen und wir sind ihrem Vorschlag gern gefolgt.
Leider konnten wir unseren neuen Freund, dem wir den Namen Filos gaben, nicht gleich mitnehmen, weil in unserer Linienmaschine kein beheizbarer Frachtraum für die erste Teilstrecke war. Die Suche nach einem Flugpaten blieb während unseres Urlaubs auch erfolglos, so dass wir schweren Herzens ohne unseren neuen Freund abreisen mußten.
Eine Woche später hatte Silke dann geeignete Flugpaten gefunden, die unseren Filos nach Frankfurt begleiteten, so dass wir ihn schon bald dort am Flughafen in Empfang nehmen konnten.
Das sind unsere Flugpaten, Familie Gengenbach mit ihren Haustieren
Also da wären nun von links nach rechts:
hinten: Jan, 11 Jahre mit dem Meerschweinchen "Luzie"(fast 7 Jahre alt;), daneben die Dame des Hauses, Andrea, neben ihr Oli (14) mit der dreijährigen "Josefine", genannt "Finchen", die das Glück hatte ihnen als kleine Katze in Österreich auf einem Bauernhof über den Weg zu laufen und damit einen neuen und bestimmt auch schöneren Lebensweg einzuschlagen, daneben dann das Familienoberhaupt, Axel,
vorne noch Christopher (16), flankiert von den beiden Haushunden, einem Berner-Sennen-Golden-Retriever-Mischling mit dem schönen Namen "Nelson", der aus Thüringen stammt, bald 2 Jahre alt und der 1 1/2 jährigen "Cindy", auch sie stammt aus Kreta.
Ihnen sollen die nächsten Zeilen gewidmet sein, denn auch sie haben eine schöne Geschichte, wie sie zu ihrem Kreta-Hund gekommen sind. Auch bei Ihnen lief nicht alles so glatt, vor allem, weil es eigentlich auch alles nicht so geplant war - aber wie heißt es doch immer? Unverhofft kommt oft, oder?
Cindy - zur rechten Zeit am rechten Ort
Hier ist also die kleine Geschichte von "Cindy", die das sagenhafte Glück hatte, als sie vier Monate alt war, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein und mit den Gengenbachs auch noch die richtigen Menschen getroffen zu haben. Ihr kleines Geschwisterchen hatte da weniger Glück, weil es einfach zu scheu war und sich nicht einfangen ließ. Jedenfalls turnten die beiden bei den Gengenbachs am Haus und in den Gärten der anderen Häuser herum und fraßen vor lauter Hunger die grünen Tomaten von den Sträuchern, was den Einheimischen natürlich gar nicht gefiel. Diese versuchten dann immer die beiden einzufangen und in die Berge zu schaffen, wie das auf der Insel Kreta leider oft so üblich ist. Cindy lief zum Glück zu Gengenbachs, wo sie dann umsorgt und gefüttert wurde.Während ihr Geschwisterchen letztendlich noch gefangen und verschleppt wurde, hatte Cindy das große Los gezogen, was sich aber auch erst
später herausstellen sollte... So wie viele andere vor ihr hatte auch Andrea mal was in einem
Reiseführer über Silke und ihre Arbeit für den Tierschutz auf der Insel gelesen. Also suchte sie den Kontakt zu Silke, mit der Bitte um Hilfe, denn Cindy war schon sehr geschwächt und hatte so einige Wehwechen. Leider konnte Silke bei der großen Entfernung (das Haus der Familie Gengenbach liegt tief im Südosten der Insel, Silke ist weit im Nordwesten) nicht "mal eben" hinfahren. Außerdem war Silke mal wieder (eigentlich wie immer), absolut überfüllt auf ihrerStation.
Aber zumindest gab es eine Ansprechstelle der
Organisation in Deutschland die dann meinten, man solle den Hund einfach mitbringen, dann würde sich auch sofort vor Ort um ihn gekümmert. Das war natürlich der beste Weg, also beschloss man, so zu verfahren. Den kleinen Hund auf Kreta seinem Schicksal zu überlassen kam auf keinen Fall in Frage. Doch damit begann dann auch die Odyssee und der Rest des bestimmt wohlverdienten und auch anders geplanten Aufenthalts auf Kreta endete damit, dass die Familie nach dem Urlaub erstmal Urlaub vom Urlaub brauchte...
Nachdem man sich entschlossen hatte, den Hund mit nach Deutschland zu nehmen, um ihn dort der Organisation zu übergeben, musste erstmal sichergestellt werden, dass das Tier den Transport, also den Flug, überhaupt durchsteht. Ungezählte Stunden beim Tierarzt und banges Wachen zuhause raubten nicht nur die Urlaubszeit, sondern auch den Schlaf. Nachdem dann alles einigermaßen gut verlaufen war und Cindy über den Berg, also transportfähig war, kam dann die Angst, was in Deutschland sein würde, wenn man den Hund einfach so irgend jemandem zum Vermitteln übergeben würde. Wo würde er hinkommen? Würde es ihm gutgehen? Diese und andere Fragen lagen der tierlieben Familie schwer im Magen und so beschloss man, die Vermittlung der kleinen Cindy selbst in die Hand zu nehmen.
Doch zuvor wurde selbst die Ausreise dann noch zu einem Wettlauf mit der Zeit. Da der Hund noch nicht gechipt war, mußte man noch einen Besuch beim Tierarzt machen. Doch dieser steckte wegen eines Sturmes auf einer anderen Insel fest, also konnte man nichts tun. Aber ohne Chip keine Ausreise, was also tun? Zusammen mit dem erst 12jährigen Sohn des Tierarztes setzte man dann den Chip selbst per telefonischer Anleitung.
Dann die Ungewissheit am Flugzeug, ob der Hund auch mitkommt und nicht in der prallen Sonne auf dem Rollfeld vergessen wird...
Dann endlich in Stuttgart angekommen, kam alles vom Band, nur nicht der Hund. Als er dann doch endlich kam wurde noch ein Koffer vergessen, was man auch erst in Frankfurt feststellte. Also ehrlich - kann ein Urlaub aufregender und stressiger sein? Ich glaube nicht.
Zuhause machte man sich dann daran, den Hund in gute Hände zu vermitteln, was auch nach dem Schalten eines Zeitungsinserates geklappt hätte. Aber da stand eigentlich auch schon der Entschluß fest, die kleine Cindy nach allem, was man gemeinsam erlebt hatte, einfach zu behalten!
Zur rechten Zeit am rechten Ort - oder auch ein kleiner Hund hat mal etwas Glück verdient. Doch was passiert mit den anderen kleinen Cindys und Filos, die in den nächsten Jahren bei Gengenbachs an die Haustür klopfen, wenn sie wieder auf Kreta sind? Wir vom Verein der Tierfreunde Kreta hoffen, dass noch viele auf diesen wunderbaren Weg, den Weg in eine bessere Zukunft finden.
Und darum müssen und wollen wir uns auch an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei den Gengenbachs bedanken. Dafür, dass sie, obwohl sie im Vorjahr diese Odyssee mit ihrer Cindy hatten, trotzdem sofort bereit waren, unseren kleinen Filos mitzunehmen. Leider gibt es immer noch zu wenige Menschen, die so selbstlos handeln und damit einer armen Kreatur zu einem würdigen Leben verhelfen. Leider steht Silke immer wieder hilflos da, weil viele einfach wegschauen, obwohl genau das Gegenteil wichtig wäre. Ein wenig Verständnis und die Bereitschaft zur Hilfe, die absolut nichts kostet, außer einem bisschen guten Willen, denn alle anfallenden Kosten trägt unser Verein, und es könnten viel mehr Tiere von der Insel Kreta gerettet und in ein gutes Zuhause geführt werden.
Cindy hat es geschafft, unser Filos auch, und auch die Hunde, die wir im letzten Jahr mitgebracht haben. Und so werden es auch noch ein paar andere Hunde oder Katzen schaffen, die in den nächsten Jahren von der Familie Gengenbach oder von uns oder auch von Gleichgesinnten mitgebracht werden. Doch wir allein schaffen es natürlich nicht, wozu viele tierliebe Menschen benötigt werden. Vielleicht finden sich ja noch ein paar Menschen, die es schaffen im nächsten Urlaub über ihren Schatten zu springen und eine arme geknechtete Kreatur von Kreta mitzubringen und in unsere Obhut, in die Obhut des Vereins der Tierfreunde Kreta, zu übergeben. Es wäre wünschenswert, getreu dem Motto und dem Leitspruch unserer Freundin Silke:
"Ich will sie alle retten!"
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